Blogeintrag: Perspektive
Heute, in den letzten Wochen und in den letzten Monaten setze ich mich immer wieder mit meiner persönlichen sowie beruflichen Perspektive auseinander.
Ich bin 45 Jahre und täglich sehe ich junge Menschen in dem Medien, auf Social Media und um mich herum, welche einfach loslegen. Sie sind voller Überzeugung von sich selbst, Ihren Kompetenzen oder Ihrem Wissen. Selbst wenn Sie in bestimmten Bereichen keine Ausbildung oder Erfahrungen mitbringen und bei vielen funktioniert es. An diesem Punkt lerne ich etwas. Ich sehe und lerne das Kompetenzen nicht immer nur auf dem Papier stehen müssen, ich lerne gerade, dass Überzeugung von Dir selbst Grundlage ist und ich lerne zu dem zu stehen, was ich kann, das es nicht immer jedem gefallen muss und es reicht das es mir gefällt.
Was hat das mit meiner Perspektive zu tun. Ich habe ein Studium der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik abgeschlossen und in diesem Bereich in den letzten Jahren gearbeitet. Ich habe es versucht immer nach besten Gewissen und mit Liebe zu gestalten und war Ehrgeizig. Was ich unterschätzt habe und für mich in den letzten 2 Jahren verstanden habe: Dieser Job braucht spezielle Menschen. Ich bin es nicht. Es braucht Menschen, die Heimgehen und abschalten können und Menschen die nicht durch die Geschichten immer mehr zweifeln an dem wie Menschen sein können.
Ich bin nicht so ein Mensch. Ich habe im Laufe der Jahre sehr viel gesehen, gehört und erlebt. Leider hat mich keine Geschichte losgelassen. Jeden Fall, jede Geschichte, schwierige Situation kann ich bis heute mit Namen und Details benennen und hat sich in meinem Kopf verankert. Jedes Gefühl dazu sitzt tief in mir und es hat Zeit gebraucht zu lernen, es auszuhalten. Es hat Zeit gebraucht, Menschen wieder zu vertrauen und die Dinge loszulassen. Es hat Zeit gebraucht, nicht mehr Nachts davon zu träumen oder aber auch eigene Erlebnisse durch diese Geschichten nicht mehr zu fühlen. Es hat Zeit gebrauch die Tränen über die Dinge wozu Menschen fähig sind zu trocken und zu verstehen und die Ängste die damit einhergingen zu bewältigen. Es hat Zeit gebraucht, Abstand zu diesen Geschichten und Menschen zu gewinnen. Es hat Zeit gebraucht, auf der Straße nicht mehr die Menschen und all diese Baustellen immer und überall zu sehen und sich Verantwortlich dafür zu fühlen. Es hat Zeit gebraucht, das zu akzeptieren und öffentlich dazu zu stehen. Es hat Zeit gebraucht ……. Es ist ein toller Job und unglaublich wichtig aber es ist nicht Meiner.
Also habe ich mir in den letzten Monaten, Tagen und Wochen die neue Generation angeschaut, ich habe mich angeschaut und täglich gearbeitet: An mir, an meiner Gesundheit, an meinen Fähigkeiten, wer ich bin und wo ich hin möchte.
Ich werde neu Anfangen. Ich lerne, dass ich etwas kann und ich lerne: wie die junge Generation das Leben nach Bedürfnissen gestaltet.
Ich habe diese Website erstellt - mein Bedürfnis, ich lerne autodidaktisch (meine beste Eigenschaft, neben meiner Empathie :-) und arbeite mich mit wenigen Mitteln und über kostenfreie Programme und Literatur in neue Techniken, Stile und Ideen ein. Ich suche mir Möglichkeiten für zukünftige nebenberufliche Ausbildungen - remote und versuche die neue Ausrichtung auch beruflich zu definieren. Ich werde immer im Fokus den menschlichen Mehrwert halten, das liegt in mir und wahrscheinlich kann ich meine bisherige Laufbahn dahingehend auch nicht loslassen :-). Aber das ist in Ordnung, das bin ich.
So, wo möchte ich nun hin? Anhand den bereits angeführten Punkten, verknüpft mit beruflichen- , wie Studiumserfahrungen und meiner Persönlichkeit entsprechend, sehe ich mich in folgenden Berufen: E - Learning, Coaching - nicht im Sozialen Bereich, Grafik Design.
Spannend :-)
Was bedeutet das für mich. Für mich bedeutet das, dass ich mit 45 Jahren neu Anfange, neu Lernen werde mit Quereinstieg und darauf vertrauen muss, das mich Unternehmen neben der neuen jungen Generation wahrnehmen und Chancen bieten. Es bedeutet, das meine Website mein privates Baby und Ausgleich zukünftig auch eine kleine parallele Rolle spielen wird und das in Ordnung ist.
Das ist in der derzeitigen Betrachtung von Wandel, Digitalisierung und neuen Erwartungshaltungen, aus meiner Sicht vielleicht nicht so einfach. Mit 45 Lernen ist für mich anders als mit 20, mit 45 sich neuen Wegen Stellen ist für mich anders als mit 20. Ich betrachte die Rahmenbedingungen aus einer anderen Perspektive, prüfe und gleiche die Situation immer mit meinen privaten Leben ab, ich betrachte alles aus anderen Blickwinkeln und ich lerne auf meine Weise.
Aber ich bin bereit dazu.
Ich war immer Ehrgeizig und Fleißig - Eigenschaften die ich in meiner Familie gelernt habe, verstehe und lebe. Ich liebe es Neues zu lernen und ich denke, das alles machbar ist, auch mit 45 Jahren.
In den letzten Tagen habe ich einige Aussagen aus meiner Altersgruppe gelesen bzgl. wie schwer und entmutigend es ist, sich auf Neues einzulassen und wie wenig Chancen Sie bekommen. Ich weigere mich, dass zu akzeptieren. Ich werde nicht aufgeben, ich werde nicht loslassen von meinen Zielen und ich werde nicht meine Fähigkeiten äußeren Einflüssen wie Politik, Wirtschaft oder anderen Betrachtungsweisen unterordnen.
Ich weiß nicht wie die Welt es da draußen es sieht, aber ich bin der festen Überzeugung, das wir die Chancen und Möglichkeiten, die “ältere” Menschen mitbringen, nutzen sollten. Chancen zum parallelen Lernen gibt es inzwischen remote so viele, warum also nicht diese Option für uns nutzen. Es ist machbar. :-)